Brauch ich Coaching nur wenn’s brennt?

Coaching wann brauche ich das

Ich brauch’ Coaching nur wenn’s brennt! Früher habe ich auch so gedacht. Und habe mir erst dann einen Profi für unlösbare Probleme geholt, wenn ich alle meine Karten ausgespielt hatte. Wenn ich mit dem Rücken zur Wand stand und klar war „alleine bekomme ich den Knoten nicht gelöst.“ Kommt dir das auch bekannt vor?

Coaching wann brauche ich dasDahinter stand mein Muster bzw. mein Glaubenssatz „ich muss es alleine schaffen“. Unterstützung kam notfalls von einem weiteren Glaubenssatz „es muss schwer sein und ich muss immer kämpfen“. Die beiden sind echt ein eingespieltes Team 😉

Aber diese Kombination hat mich regelmäßig in einer Endlosschleife des Ignorierens (was nicht funktionierte) und des Selber-lösens (was immer genau eine Mini-Einheit Erleichterung brachte) gehalten.

Wenn du etwas Ähnliches kennst …

… welche Glaubenssätze, Glaubensmuster und Selbstsabotage stehen bei dir dahinter?

Warum du für ein Coaching deine Selbstsabotage kennen solltest

Selbstsabotage ist, wenn du (unbewusst) dafür sorgst, dass dein Problem bestehen bleibt. Denn dann bleibst du in der Komfortzone. Und damit bist du für dein inneres System in Sicherheit. Und wenn Selbstsabotage verhindert, dass du dir im Außen Unterstützung beispielsweise mit einem Coaching holst, dann nenne ich das eine erfolgreiche Selbstsabotage. Bingo! Alles bleibt, wie es ist.

Jetzt könnte ich dir natürlich ganz viel schreiben, dass solche Sabotageprogramme eigentlich deine Schutzprogramme sind. Und dass sie somit wertvoll und beachtenswert sind. Dass du dein Selbstsabotageprogramm nicht wegmachen/zerstören/eliminieren musst. Im Gegenteil, du brauchst es. Um zukünftig mit dem Ex-Sabotageprogramm zusammenzuarbeiten. Ups, darüber sollte ich vielleicht auch mal schreiben ;-).

Was du bestimmt nicht weißt von „Gejagten“ und „Opfern“

Zurück zum Thema: Wenn du immer erst dann reagierst, wenn es unerträglich ist, bist du zum einen eine Gejagte und zum anderen ein Opfer. Beides ist … nicht wirklich nett. Passt wahrscheinlich auch nicht zu deinem Selbstbild.

Aber wenn du genau draufschaust, was ich gesagt habe zu Gejagter/Opfer.

Stimmt es? Oder stimmt es?

Deine Probleme und Glaubenssätze jagen dich. Treiben dich vor sich her, wie sie es wollen. Du bist der Gejagte, die Gejagte.

Das löst meist ein Gefühl von „immer ich!“ und „warum?“ aus. Damit bist du im klassischen Opfermodus. Versteh mich nicht falsch: Ich verstehe diese Haltung. Und auch den inneren Groll. Wenn man manchmal das Gefühl hat, es (besonders) schwer im Leben zu haben. Ein (besonders) großes Päckchen/Paket mit auf die Welt bekommen zu haben. Ich verstehe das.

Und wenn zu mir jemand ins Coaching kommt und ich das aufdecke, dann braucht sich niemand, aber auch niemand dafür zu schämen. Denn die meisten, die dieses Gefühl Gejagte und Opfer zu sein haben, sind sonst echte Kämpferinnen.

Denn manchmal geht auch den stärksten Kämpfern mal die Puste aus.

Warte also nicht darauf dass du schlapp machst, sondern werde früher aktiv!

Wie du anfängst, das Knäuel zu entwirren

Du fragst dich jetzt bestimmt, wie genau du aktiv werden kannst? Fangen wir an mit der typischen Verwirrung und Entschlusslosigkeit. Bestandteil eines Problems ist nämlich immer auch eine Verwirrung. Und die führt dazu, dass man dieses hin und her spielt: Brauche ich ein Coaching oder nicht? Ja? Nein? Vielleicht? Vertagt! Und damit wieder … gejagt und Opfer. Schluss damit! Du brauchst also Klarheit, wo du stehst. Warum du dort stehst. Und was du in den Händen hältst.

Damit du überhaupt weißt, wo du weshalb womit genau stehst, mache jetzt die Schritt-für-Schritt-Vorarbeit.

Dann wird dir klarer, worum es eigentlich geht.

Und was du von einem Coach und einem Coaching tatsächlich brauchst. Du sparst Zeit und damit Geld.

Und du gehst selbstbewusster in ein Coaching.

Wie genau kannst du das jetzt verändern?

  1. Schritt: Identifiziere, welche Themen dich gerade in den Wahnsinn treiben. Was dich nachts nicht schlafen lässt. Was hartnäckig an dir festklebt. Schreib sie auf. Alle.
  2. Schritt: Schaue dann, ob Themen zusammenpassen und zusammen gehören. Ob du sie gruppieren und clustern kannst.
  3. Schritt: Gib der jeweiligen Gruppe dann eine Überschrift. Vergib entweder einen Filmtitel oder ein einziges Kernwort, das es ausdrückt. Was fällt dir auf, wenn du dein Ergebnis siehst?
  4. Schritt: Übertrage die Filmtitel oder die Kernworte deiner Probleme auf einen neuen Zettel. Schreib sie ruhig kreuz und quer auf. Oder einfach untereinander.
  5. Schritt: Jetzt brauchst du zwei verschiedenfarbige Stifte oder Textmarker. Markiere jetzt mit der einen Farbe alle Filmtitel/Kernworte, wo du etwas „tun“ solltest. Die andere Farbe brauchst du für die Filmtitel/Kernworte, wo du etwas „lassen“ solltest.
    Wenn du mit diesem Blickwinkel darauf schaust, welche Erkenntnis schleicht sich ein? Oder wird etwas bestätigt, was du vorher schon geahnt oder gewusst hast? Was ist die Konsequenz daraus?
  1. Schritt: Jetzt bewerte deine Filmtitel/Kernworte. Vergib Punkte zwischen 0 (gar nicht) bis 10 (das brennt) für jeden Filmtitel bzw. jedes Kernwort. Du kannst Zahlen mehrfach verwenden.
    Schau wieder auf dein Ergebnis: Was geht dir durch den Kopf? Wie ist die Verteilung tun:lassen? Hält es sich die Waage oder müsstest du häufiger aktiver etwas anpacken oder müsstest du dich häufiger entscheiden, mit etwas aufzuhören? Was sagt dir das?
  1. Schritt: Jetzt suche dir den Filmtitel/das Kernwort mit der höchsten Punktzahl. Wenn dies mehrere sind, entscheide dich spontan für den Kandidaten, der wahrscheinlich am leichtesten zu verändern ist. Die anderen Themen auf deiner Liste wirst du nach und nach angehen. Konzentriere dich jetzt auf einen einzigen Punkt, deinen „Favoriten“.
    Denn mit diesem Favoriten, fängst du an, deine Muster zu verändern. Dann bist du nicht mehr „Gejagte“, sondern wirst zur Jägerin. Du „jagst“ deine Glaubenssätze, du spürst sie auf. Du bist nicht mehr „Opfer“, sondern gleich „Gestalter“. Denn du bewertest und entscheidest, worauf du deinen Fokus richtest.
  1. Schritt: Nimm einen neuen Zettel und schreibe deinen ausgewählten Filmtitel/dein Kernwort obendrauf. Ziehe 2 Spalten. Schreibe in die linke Spalte untereinander alles, was mögliche Glaubenssätze sind. Alles, womit du dir erklärst, warum es das Problem noch gibt. Steig jetzt aber nicht in die Themen ein! Das sind jetzt die Glaubenssätze oder der eine Glaubenssatz, der bislang die Vorherrschaft hatte. Weil er vor zig Jahren oder Jahrzehnten für dein Überleben wichtig war.
    Aber: Er hat seine Schuldigkeit getan. Du bist heute älter, kompetenter, klüger, erfahrener, trickreicher, hartnäckiger, besser, stärker … du bist besser als zu der Zeit, als der Glaubenssatz entstanden ist!
  1. Schritt: Schreibe jetzt zu jedem Glaubenssatz rechts daneben, wie du dir heute in deinem aktuellen Leben deine Glaubensrichtung POSITIV schaffen willst.
    Mache beispielsweise aus einem „ich bin harmoniesüchtig“ ein „ich finde klare und zugleich wertschätzende Wort, um meine Meinung/Ablehnung nach außen zu vertreten und bleibe dann entspannt bei dieser Haltung“.
  2. Schritt: Schau, was passiert. Wenn du dich im Alltag ab jetzt immer genau an diesen neuen Glaubenssatz hältst. Wenn du Zettel und Kalendereinträge hast, die dich täglich mehrfach an diesen neuen Satz erinnern. Und wenn du diesen neuen Glaubenssatz wirklich anwendest. Dann wird sich zeigen, ob diese Arbeit schon ausreicht. Oder ob es die Vorarbeit war, damit du daran weiter arbeitest. Viel Erfolg!

Was du sonst noch tun kannst. Oder tun musst

Ich wünsche dir, dass du auf diesem Weg nach und nach die unter den Problemen liegenden Glaubenssätze enttarnst. Und sie durch neue, konstruktive Glaubenssätze ersetzt.

Oft reicht das nicht aus. Weil Glaubenssätze sich durch Denken, Reden, Reflektieren und Wollen oft gar nicht beeindrucken lassen. Denn sie sind auf der unbewussten Ebene entstanden. Meist muss man sie auf dieser Ebene auch bearbeiten.

Dann ist die Frage, wie es gut für dich weitergehen kann.

Aus meiner Sicht sind das zwei Wege:

Du machst “normales-nur-selbstreflektierendes” Selbstcoaching. Aber wie gesagt: noch mehr lesen und reflektieren und „schlaue Fragen“ beantworten wird wahrscheinlich nicht reichen. Weil du auf der rein kognitiven Ebene bleibst. Und die bringt’s irgendwann nicht.

Also diese Art Coaching bringt dich nicht wirklich weiter.

Besser ist es, du kennst schon eine Technik, mit der du Glaubenssätze auf der unbewussten Ebene bearbeiten kannst. Beispiele für solche Techniken sind BSFF, EFT, CQM, MFT, MET, 2-Punkt, Matrixarbeit, TAT, Feeling Dissolve und sicher noch eine ganze Menge mehr. Entweder du hast eine geeignete Technik schon erlernt. Oder du entscheidest dich, sie zu lernen.

Ich kenne viele der genannten Techniken und sie sind alle gut. Mein „aber“ ist ein „und“ 😉 Und wenn du BSFF lernen willst, dann mache das gern bei mir. Auf meiner zweiten Webseite kannst du einen sehr beliebten BSFF-Onlinekurs machen. Für dein Selbstcoaching.

Der zweite Weg führt zurück zum Beginn meines Artikels: Gönne dir ein Coaching. Das kann gern bei mir sein 😉 Aber einen Coach sucht man sich gut aus und das muss passen. Vielleicht hast du ja auch jemanden, wo du schon lange nicht mehr warst 😉 Weil es bislang noch nicht genug „gebrannt“ hat?

So oder so: Jetzt hast du die Vorarbeit geleistet, damit für dich klarer ist:

  • Was genau ist mein Problem und mein (wahrscheinlich) darunter liegendes Thema?
  • Welche weiteren Glaubenssätze und Muster stehen in der „zweiten Reihe“ und warten bereits auf ihren Einsatz?
  • Welche Ergebnisse erwarte ich eigentlich ganz genau?
  • Ist mein ausgewählter Coach geeignet, um mit mir auf dieser Ebene zu arbeiten und diese Knoten in Form von Glaubenssätzen zu lösen?

Was nimmst du aus meinem Artikel zum Thema Coaching ja oder nein mit?

Okay, ich fasse zusammen:

  1. Jetzt hast du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du ordnen, sichten, erkennen, priorisieren und sogar Glaubenssätze „updaten“ kannst.
  2. Dazu noch Anregungen, wie du dein Selbstcoaching gestalten kannst, wenn du tiefer graben musst.
  3. Und für die Bearbeitung der dicken Brocken ist der kürzeste und schnellste Weg, ein Coaching zu buchen.

Deshalb pack es gleich an, wenn du deine Auswertung gemacht hast.

Damit du nicht erst dann über ein Coaching nachdenkst, wenn es brennt. Sondern dann, wenn du sagst „JETZT ist ein guter Zeitpunkt, um dieses leidige Thema endlich anzugehen!“.

Ich wünsche dir viel Erfolg. Mach dein Unterbewusstsein zu deinem Verbündeten

LG, Wera
Wera Nägler – Coach für Seelenforscher und Selbstcoacher

PS: Wenn du auf mich und meine Arbeitsweise neugierig geworden bist, schau auf meine Webseite.

Jetzt aber bist du dran: Wie oft hast du schon gedacht „Coaching oder Unterstützung brauche ich nur, wenn’s brennt und nicht mehr anders geht?“ Was ist bei deinen Glaubenssätzen deine größte Herausforderung? Hinterlasse gern einen Kommentar hier oder auf meiner Fanseite bei Facebook. Ich freue mich, von dir zu lesen!

Wera Nägler

2 Comments

  • Liebe Wera,

    danke für diesen Artikel, der es präzise auf den Punkt bringt. Und danke auch für die Schritt für Schrittanleitung. Die werde ich gerne weiterempfehlen.

    Ich kenne übrigens die “Übeltäter” von ganz oben auch sehr gut. Dazu kam bei mir dann noch “als Coach musst du dir selbst helfen können”. Was für ein Blödsinn! Hat aber eine Weile gebraucht, bis ich dem auf die Spur gekommen bin. Heute kann ich mir ohne Probleme Unterstützung holen. Was für eine Erleichterung.

    Ich gehe auch ganz konform mit dir, dass man an die “ganz tiefen Dinger” nicht so ohne weiters alleine drankommt. Dann ist es immer gut, wenn ein Coach wie du so tolle Methoden und Tools kennt und damit helfen kann. Das kann ich nur immer empfehlen.

    alles Liebe
    Barbara

    • Wera Nägler

      Reply Reply 05.01.2016

      Ja, Barbara, das mit dem “gerade als Coach muss ich mir selbst helfen können” kenne ich auch gut. Den Glaubenssatz habe ich aber so was von “gekillt” – mit Genuß! LG, Wera

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